Barça macht zweifach Schlagzeilen – allerdings nicht im Fussball
Es ist geschafft, PSC und CiU haben sich geeinigt und ihr OK für die Umgestaltung des Geländes um das Miniestadi und dessen selbst. Wie schon mal im Juni 2008 angekündigt, soll das kleine Stadium, welches Heimspielplatz der Nationalmanschaft Andorras(sic!) ist, einem Mix aus Wohn- und Geschäftsgebäuden, sowie einem Hotel (ja, noch eins!) weichen. Dazu wurden das Gelände städtebaulich neu eingeordnet und neue Zahlen vorgelegt. Barça “gewinnt” jetzt 67.000.000 Euro und der Umbau des Camp Nou nach Entwürfen von Norman Foster kostet plötzlich nur 200.000.000 Euro (vgl. die Zahlen aus dem Jahr 2008).
Die Anwohner sind wenig begeistert, wollen weniger Wohnungen, Büros und kein 15.000 m2 Hotel aber dafür ein größeres CAP (Centro de Atención Primaria – ein öffentliches Ärztehaus).
“Generación Iniesta” (nach Torschütze Andres Iniesta) wird der Minibabyboom genannt, den Barcelona gerade erlebt. Neun Monate nach den historischen Erfolgen Barças (2:6 gegen Real Madrid in Madrid und 1:1 Ausgleich gegen Chelsea in letzter Minute und somit Einzug in Championsleaguefinale) werden etwa 45% mehr Kinder als sonst pro Tag zur Welt gebracht.
Kinostreik am Montag 01.02.2010
Das neue Kinogesetz, welches die Kinobetreiber in Katalonien – unter Androhung von 75.000 Euro Strafe – zwingt, die Hälfte aller Filme auf katalanisch zu zeigen, trifft auf zaghaften Widerstand dieser. So haben sich Barcelonas Kinobetreiber entschlossen, am Montag zu streiken, um ihr Nichteinveständnis zu bekunden. Montage sind weder die umsatzstärksten Wochentage, noch Dias del Espectador (Kinotag). Die Betreiber der Kinos rechnen mit Einnahmeverlusten bis zu 100.000.000 Euro und 16.000.000 weniger Zuschauer pro Jahr.
Tourismus Barcelona: neue Zahlen, neue Konzepte

Barcelona - touristenfreie Gasse in der Altstadt
Zuerst die guten Zahlen: 2009 kamen 2.151.465 Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen nach Barcelona. Das sind nach 2.073.890 im Jahr 2008 3,74% mehr. Das lässt sich auf Seite 18 von diesem PDF nachlesen.
Insgesamt kamen 2009 ca. 6.500.000 Touristen (2% weniger als 2008) Touristen nach Barcelona. Nur die Hälfte der Touristen gab an hier Urlaub zu machen, die andere Hälfte kam zum Arbeiten (Messen, Konferenzen, etc.). Der durchschnittliche Aufenthalt beträgt 2,23 Tage.
Der Verein Amics de la Rambla gab an, dass 2009 etwa 78.000.000 Menschen die Ramblas entlangspaziert sind.
Barcelona erreichte den vierten Platz (nach London, Paris und Frankfurt) beim jährlichen European Cities Monitor, der verschiedene Standortfaktoren europäischer Städte miteinander vergleicht.
Nun versucht die Stadt Barcelona ihre Position im Touristikbereich zu verbessern. Hierzu gibt es den “Pla Estratègic de Turisme de la Ciutat de Barcelona” vom Gremium Turisme 2015 BCN. Dieser beinhaltet als Mission: Die Stärkung der touristischen Attraktivität Barcelonas und deren internationale Positionierung, mit Augenmerk auf die Differenzierung und Stärkung des Qualitätstourismus, mit Verbesserung der Projektleitung und Zusammenarbeit mit Anwohnern und die Kommunikation der positiven Effekte dessen.
Gewünscht sind also mehr Geldsäcke Qualitätstouristen, welche jetzt auch im Einklang mit Anwohnern andere Seiten Barcelonas kennenlernen sollen: Fòrum und Poble Nou. Das Fòrum dürfen sie sich gerne ansehen – es gibt wohl keinen grösseren asphaltierten Platz in einer Stadt, der nicht als Flugplatz oder IKEA-Parkplatz dient.
Im Poble Nou gibt es eh kaum noch welche von den alten Einwohnern, genausowenig im dortigen 22@, dem erhofften “Silicon Valley” Barcelonas.


neuer #Barcelona Rückblick: http://www.quisquis.es/2010/01/30/wochenruckblick-barcelona-kw4/