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Nachtleben | Nightlife | Salir

Sexy beer my dear – Lateros in Barcelona

Trotzdem die Happy Hour in Barcelona abgeschafft wurde, gibt es Probleme mit den Trinkern.
Anwohner zentraler Stadtteile wie der Raval oder Gótico sind noch immer nicht glücklich. Zank, Pöbeleien, Raub, Prostitution, Erbrochenes und Urin gibt es weiterhin in den nächtlichen Gassen der Altstadt.

War die Abschaffung der Happy Hour nur ein Schnellschuss? War die Razzia gegen die Prostitution im Sommer doch nur blinder Aktionismus?

Wie auch immer man die Entwicklung der letzten Monate bewertet; sie geht weiter in der gleichen Richtung.

Eine Mega-Razzia gestern gegen die sogenannten “lateros” (ambulante Dosenverkäufer von la lata = die Dose) sorgte für 23 Verhaftungen und Schliessung einiger Verteilerzentren. Doch worum geht es dabei?

¡¡¡cerveza beer fria!!!

Dosen mit Estrella Damm Bier: rot-goldenes Objekt der Begierde in Barcelonas Nachtleben

Dosen mit Estrella Damm Bier: rot-goldenes Objekt der Begierde in Barcelonas Nachtleben

Für Barcelonaneulinge und Ausgehanfänger: An Stränden und in der Altstadt werden von meist pakistanischen und indischen Immigranten illegalerweise Bierdosen für etwa 1 bis 1,50 Euro verkauft. Das Sixpack geht auch mal für nur 5 Euro in den Besitz des durstigen/geizigen Touristen/Katalanen über.

Die Rufe der Verkäufer “¡cerveza, beer, fria!” sind zum geflügelten Wort geworden und werden schon variiert und man wird folgendes gefragt: Sexy beer? oder auch Beer my dear?

Huldigung oder Verhöhnung auf YouTube?

Und was bringen die Razzien? Laut 20minutos.es wurden 2008 etwa 212.000 Dosen Bier beschlagnamt. Und dabei bleibt es meist auch; den Verkäufern werden die Dosen abgenommen und Personalien aufgenommen und eine Multa (Ordnungsgeld) verhängt. Laut Barcelona Metropolitan verkauft ein einzelner “Latero” 2 – 4 Dutzend Dosen am Abend, zum Leben zu wenig – zum Sterben zu viel.

Laut einer Schätzung entgehen den Bars in Barcelona duch den Straßenverkauf 2 Millionen Euro pro Jahr. Die Geschäfte der Altstadt dürfen nach 23.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen (offiziell), Happy Hours wurden abgeschafft (offiziell) – was also bleibt dem Low-Budget-Trinker? Richtig, die netten ambulanten Bierverkäufer.

Wie war doch auf einem Graffiti im Raval zu lesen? “Sin paki* no hay fiesta” – Ohne Pakistaner keine Party…

*In Spanien so verwendet, im Rest der Welt beleidigend und politisch absolut nicht korrekt.

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Discussion

2 comments for “Sexy beer my dear – Lateros in Barcelona”

  1. Nachdem die Spaßbremsen im Parlament den Verkauf von Alkohol nach 23 Uhr verboten haben, sind die ambulanten Bierverkäufer oft die letzte Hoffnung, um akute Biernot zu verhindern.

    Und ach, den armen Bars gehen 2 Millionen Euro im Jahr verloren? Das sind, in diesem Zeitraum, echt Peanuts.

    Posted by Chusmaniac | Diciembre 19, 2009, 8:34 pm
  2. Mit Verteilerzentren meinst du die (Kühl)gullis?

    Beim Einkauspreis von 20 bis 45 Cent pro Dose bleibt bei einem Umschlag von 24-60 Dosen wirklich nicht viel übrig um davon zu leben. Allgemein sind sind die Cerceva-Seller keine üble Sache, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, richtig nervig werden sie an stellen wie dem Macba wo keine Minute vergeht ohne das man erneut und oft vom gleichen gefragt wird.

    Bei Zeiten hatte ich mal vor eine Statistik zu machen wo man am häufigsten nach Bier gefragt wird. Ich Tippe auf den Skaterplatz vor dem Macba.

    Interessante Facts und noch interessanter finde ich, dass es sogar zu diesem Thema ein Video auf YouTube gibt.

    Posted by Björn | Diciembre 20, 2009, 7:52 pm

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