An zwei Hauseingängen an der Rambla Santa Mònica, genau genommen an den Häusern 22 und 24 – zwischen dem Estanco (Tabakladen) links und dem Amaya Restaurant rechts – sind die Marmorschwellen der Haustüren an jeweils zwei Stellen so abgenutzt, dass man den darunterliegenden Boden sehen kann:

Barcelona Rambla 22-24
Prostituierte, welche in diesen Hauseingängen auf Kundschaft warteten, haben mit ihren Tacones, also den Absätzen von Stöckelschuhen, diese Löcher verursacht. Unklar ist, ob sie mit dem Klappern Freier anlocken wollten, oder vor Kälte “geklappert” haben.
So jedenfalls berichtete die Zeitung El País im April 2005.

Detail der Türschwelle Rambla 22
Die Damen der Nacht und ihre Absätze sind verschwunden, geblieben sind die vier Löcher im Marmor. Wie lange noch und ob die Steine als Erinnerung irgendwie aufbewart werden, ist momentan unklar. Genauso unklar wie der Stand der Restaurierung und Umgestaltung der beiden Häuser. Ein 3-Sterne-Hotel mit 50 Zimmern sollte entstehen, aber die Eingänge sehen seit vielen Monaten unverändert verlassen und verfallen aus.
Tacones lejanos ist ein Film vom spanischen Regisseur Pedro Almodovar. Der Titel bedeutet auf deutsch etwa “Entfernte Absätze”, entfernt im Sinne “abwesend” und nicht “ausgemerzt” – schön doppeldeutig also und deswegen Titel des Posts. Der Film kam übrigens unter dem Namen “High Heels” in die deutschen Kinos.


Interesting doorstep, I mean footsteps. Nice capture.
Thank you Carlos!
The picture is less important than the story behind the marks on the doorsteps. You probably know the story behind it; these marks were made by the heels of prostitutes during a long time.