Barcelonas Bürgermeister Jordi Hereu ist besorgt um das Bild, welches sich die (ausländische) Öffentlichkeit über die Situation Barcelonas macht.
Dazu zählt auch der Wasserimport. Das erste Tankschiff namens “Sichem Defensar” unter der Flagge Panamas hatte 19.000 m³ Trinkwasser an Bord, welches in das örtliche Trinwassernetz gespeist wurde. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 170.000 Personen an einem Tag. Bei einer Einwohnerzahl von 1,6 Millionen bräuchte es nur knapp 10 dieser Tanker täglich, gäbe es gar kein Wasser mehr. Geplant sind aber insgesamt 6.
Selbst die Tagesschau hat über die Ankunft dieses ersten Tankschiffs am Dienstag berichtet.
“Wir müssen eine Normalisierung der Situation herbeiführen” wird der Bürgermeister heute zitiert. Nicht das Barcelona den Ruf einer Wüstenmetropole bekommt und die Hotels leer stehen bleiben.
Wichtig sei, dass es nicht zu Rationierungen kommt.
Dabei hat es letztes Wochenende so stark geregnet, dass die gefühlte Trockenheit der Vergangenheit angehört. Die Wasserreserven stehen wieder bei 28%.
Das Decreto de sequía (die Trockenheitsverordung) besteht – zu Recht – weiterhin. So ist es immer noch nicht erlaubt Pools zu füllen und Grünflächen zu sprengen.
Mal sehen, ob es dieses Jahr durchgehend Wasser geben wird…


besteht eigentlich die wasserknappheit nur in barcelona?
Hallo Madleine,
nein, die Trockenheit betrifft weite Teile Spaniens. In Barcelona war es die letzten 60 Jahre nicht so schlimm. Aktionen und Aktionismus (Tankschiffe, Flussumleitung, Dekrete, etc.) lenken nur die Aufmerksamkeit besonders auf Barcelona.