So kann man die neuen Regelungen der Stadt Barcelona interpretieren. Diese treten heute in Kraft und bedeuten empfindliche Bußgelder (30 bis 450 Euro) für die, die sich nicht daran halten können oder wollen. Das “nicht können” ist nicht weit hergeholt.
Die Regeln:
Das Fahren ist nur auf gekennzeichneten Radwegen erlaubt. Sollte keiner da sein, dann auch auf dem Fussweg; aber nur wenn dieser breiter als 5 Meter ist darf mit 10 km/h geradelt werden, aber das auch nur, wenn man einen Meter Abstand zu den Fußgängern hält und dann wiederum nur, wenn man 5 Meter geradeaus fahren kann. Andererseits eben auf der rechten Spur der Straße, nicht aber auf der Busspur. Autos und Motorräder müssen dabei einen Abstand nach hinten von 3 Metern halten und beim Überholen 1,5 Meter.
Das Abstellen der Fahrräder ist an Bäumen, Bänken, Laternenpfählen, Ampelmasten und Papierkörben nicht mehr erlaubt. Wo denn dann? Na, an Fahrradstellplätzen, von denen es viel zu wenige in der Stadt gibt, aber wenn, dann genau dort, wo man nicht hin will. Falsch abgestellte Fahrräder werden entfernt.
Unter der Überschrift “Seguretat”, also Sicherheit, wird verordnet eine Klingel zu haben. Das wirklich wichtigste Detail, wie ich finde. Helmpflicht besteht weiterhin nicht.
Fährt man nachts, muss das Fahrrad Licht und Reflektoren haben. Anders gesagt; schraub die Lampen tagsüber ab, sie werden Dir eh nur geklaut!
Man darf nicht auf nur einem Rad fahren, auf Radwegen nicht schneller als 20 km/h und muss einen Abstand von 1 Meter zu Fußgängern und Fassaden halten.
Und?
Laut der Zeitung 20minutos verfügt Barcelona über 128,9 km Radwege (wo??). In den letzten 4 Jahren ist die Zahl der Fahrradfahrer um 40% auf 40.000 gestiegen. In der gleichen Zeit wurden ganze 7 km neue Radwege eröffnet.
Bevor angefangen wird Strafzettel auszustellen, müssten die Möglichkeiten gegeben werden vernünftig Fahrradfahren zu können, zum Beispiel:
· Radwege sollten ausgebaut und verbunden werden.
· Abstellmöglichkeiten müssen an allen Ecken geschaffen werden.
· Auto- und Motorradfahrer müssen weiter sensibilisiert werden.
· Das BiCiNg-System muss weiter ausgebaut und besser verwaltet werden, nicht dass es zu Stoßzeiten immer so aussieht:



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