Im Internet:
Laut einer Umfrage von Loquo benutzen rund drei Viertel der Wohnungssuchenden das Internet. Klar, loquo.com ist DIE Seite mit den meisten Betrügern Benutzern, sowohl anbietend, als auch suchend. Da jeder jemanden kennt, der von jemandenden gehört hat, dessen Bruder eine tolle und billige Wohnung über Loquo gefunden hat, besuchen jeden Tag aufs neue Tausende die Seite in der Hoffnung, das Glück zu finden…
Dabei ist Loquo nicht die einzige Webseite, und Wohnungsanzeigen nur ein Teil der Kleinanzeigen darauf. Neben den eigenen Seiten der grossen Immobilienmakler und kleiner, schmieriger Ferienwohnungsvermieter gibt es noch Portale, welche sich auf Compra/Venta (Kauf/Verkauf) und Alquileres (Vermietung) spezialisiert haben.
Haken: Nachdem man sich durch hundert neue Anzeigen pro Tag gewühlt hat, particulares (also von privat) ausgewählt hat, stellt sich heraus, dass die Wohnung doch nicht privat vermietet wird, nicht existiert, man eine Liste mit Adressen kaufen soll (Vorsicht, Betrug!!!) oder ein Lockvogelangebot einer Agentur mit Ferienwohnungen ist.
Suchende Chicas (Mädchen) bekommen so auch solche “netten” Angebote, das Zimmer kostenlos bewohnen zu dürfen.
Durch Agenturen:
Kennt man sich in Barcelona aus, wünscht man sich, in bestimmten Stadtteilen zu wohnen. Sind dem Kurzurlauber (Erasmusstudenten) Zustand und Preis egal, sucht er in Gracia, El Born, Raval und Barceloneta. Fern ab jeder Metro und im 5. Stock einer fahrstuhllosen Finca findet er dann sein Glück: fensterlose Zimmer mit zwei- achtbeinigen Mitbewohnern.
Als “Residente” fühlt man sich dann doch in anderen Stadtteilen wohler. Der größte heisst Eixample und ist zweigeteilt: Esquerra und Dreta (Links und Rechts, mit Himmelsrichtungen haben es die Katalanen nicht so). Hier finden sich hundertjährige Jugendstilhäuser mit hohen Decken und Fenstern sowie stillose 70er-Jahre-Bauten mit Balkonen an den Fassaden und im Erdgeschoss ein Videoclub oder eine Immobilienagentur. Beides gibt es wie Touristen auf der Rambla. Bei letzteren kann man gut eine Wohnung finden. Voraussetzung sind Geduld (Zeit für viele Besichtigungen) ein fester Arbeitsvertrag und der Wille das Einverständnis 2-6 Monat Kaution sowie eine Monatsmiete Provision zu bezahlen. Viele der Agenturen sind auch im Internet vertreten, haben aber schlecht bedienbare und veraltete Seiten, so dass ein Vorsprechen auf jeden Fall angeraten ist.
Haken: Der Preis; verhandeln ist notwendig, oder man bezahlt die Marktpreise plus x%. Die angebotenen Wohnungen sind weder vollständig leergeräumt noch frisch renoviert, bleibt also eine Menge zu tun, bevor man einziehen kann.
Friends & Family / Enchufe / Vitamin B
Mit viiiiiel Glück bekommt man von Bekannten oder Freunden (meist im Nachhinein, also zu spät) mitgeteilt, dass jemand eine suuuuper zentrale Wohnung verlässt, welche ja soooo toll und ebenso billig ist.
Haken: die Wohnung ist entweder heruntergekommen, hat Butano (Gasflaschen), keinen Fahrstuhl, die Tochter des Eigentümers will einziehen, ist bereits vermietet oder wird wohl doch nie nicht frei. Kurz: gibt es nicht.


hm, nun sitzt man hier in deutschen landen und ist noch viel unschlüssiger und unsicherer als zuvor. ja, ich werde auch nach bcn kommen und ja, ich werde zu diesen geächteten erasmus-leuten gehören (nur, was wenn ich die erasmus-allgemeinheit selbst verachte?) und nein, ich habe kein geld und es ist mir auch nicht egal, wieviel ich pro monat zahlen muss oder wer meine zimmergenossen sein sollen. und nein, ich habe keinerlei ahnung, wie ich ein verdammtes zimmer finden soll bei dessen mietpreis ich mich monatlich evtl. sogar auch noch ernähren kann… verzweiflung*
nun, ich komme aus leipzig, hier bezahle ich für mein 17qm zimmer 170€ warm. nächsten monat geht’s nach bcn und ich habe keinen schimmer und vor allem kein geld/ also nicht wirklich viel. ich war ehrlich gesagt froh, als ich auf loquo.com stieß, aber sogleich deprimiert, als ich euren artikel hier gelesen hatte. was bleibt einem denn? als erasmus-ding? gibt’s denn keine alternativen? dieser artikel von euch vermittelt ein recht aussichtsloses bild… könntet ihr das nicht ein klein wenig sonniger gestalten?
es geht doch bald für mich los und ich freu mich so, auf kultur-menschen-kunst-querschläge-und-dergleichen… doch wo soll man wohnen/leben?
*ein hilferuf*
luisa.
¡Hola Luisa!
Sooo negativ sollte das nicht klingen, eher realistisch, denn einfach wird es in BCN nicht.
Für ein gutes Zimmer musst Du mit mind. 350 – 400 Euro pro Monat rechnen.
Kennst Du niemanden, der gerade da ist oder war?
Geh besser zu Agenturen, dort bekommst Du wenigstens einen Mietvertrag, einen Ansprechpartner für Reklamationen und Deine Kaution zurück. Du kannst auch erstmal ein Zimmer für nur einen Monat nehmen um Dich während dessen umzuschauen. Ich würde nicht raten, in ein Hostal zu gehen.
BTW: ich habe nix gegen Erasmus, es lässt sich nur so leicht als Klischee verwenden.
Saludos!